Pressemitteilung

Nr. 11/09

Wolfgang Gern als Sprecher der Nationalen Armutskonferenz bestätigt

Diakonie-Chef bei Delegiertentagung: Nicht bei denen sparen, die ohnehin zu wenig zum Leben haben – „Europäisches Jahr 2010 gegen Armut und Ausgrenzung” vorbereitet
Frankfurt am Main / Berlin, 30.März 2009

Vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise, der zunehmenden Arbeitslosigkeit und der Einkommensverluste, die Haushalte von armen Menschen in Existenzkrisen bringen, forderten die Delegierten auf der heutigen Versammlung der Nationalen Armutskonferenz (NAK) in Berlin einen besseren sozialen Schutz der von Armut betroffenen Menschen. „Die Kosten für die staatlichen Interventionen dürfen nicht bei denen eingespart werden, die ohnehin zu wenig zum Leben haben und schon von sozialer Ausgrenzung betroffen sind“, mahnte der Sprecher der Nationalen Armutskonferenz, Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, der auch Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau ist.

Einen Schwerpunkt der Beratungen während der Tagung bildeten die Vorbereitungen auf das Europäische Jahr 2010 gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Die Nationale Armutskonferenz betrachtet dieses vom Europäischen Parlament beschlossene Schwerpunktjahr auch als einen Erfolg jahrelanger Arbeit in den politischen Gremien.

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union hätten eingesehen, dass das Streben nach wirtschaftlichem Wachstum mit einem Streben nach sozialem Zusammenhalt und dem Kampf gegen Armut verbunden sein muss, um eine menschenwürdige Gesellschaft zu erhalten. Das Europäische Jahr gebe die Gelegenheit zu einer intensiven Überprüfung, wie nahe die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten dieser Selbstverpflichtung gekommen sind.

Angesichts der etwa drei Millionen armen Kinder und Jugendlichen stellten die Delegierten auch für Deutschland erhebliche Defizite bei den Hilfen zur sozialen Integration fest. Die Delegierten unterstützten insbesondere die erste Leitlinie des Europäischen Jahres: „Alle Menschen haben das Recht, in Würde zu leben und an der Gesellschaft teilzuhaben.“ Das müsse auch in Deutschland noch in die Tat umgesetzt werden.

Bei den Wahlen wurde NAK-Sprecher Dr. Wolfgang Gern im Amt bestätigt. Zur stellvertretenden Sprecherin wählten die Delegierten Michaela Hofmann, Referentin für Armutsfragen beim Diözesan-Caritasverband in Köln. Großer Dank wurde der bisherigen stellvertretenden Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz Erika Biehn ausgesprochen. Sie hatte das Amt 18 Jahre inne und setzt sich als schwerbehinderte alleinerziehende Mutter, die selbst von Armut betroffen ist, seit über 30 Jahren ehrenamtlich für die Belange armer Menschen ein.